Niereninsuffizienz bei Katzen – was kannst du tun?

Wenn eine Katze krank ist, zeigt sie ihr Leiden häufig erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Dann ist Hilfe jedoch meist nur noch kaum oder gar nicht mehr möglich. Die Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen ist wohl das beste Beispiel dafür. Wir erklären dir darum, wie du sie doch möglichst frühzeitig erkennen kannst und was danach zu tun ist. Erfahre hier mehr!

Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen – was ist das?

Unter der Chronischen Nierenerkrankung (CNE) – oder auch Niereninsuffizienz (CNI) genannt – verbirgt sich eine schleichende Verschlechterung der Nierenfunktion. Durch eine andauernde Entzündung werden peu-a-peu die Nierenkörperchen angegriffen und zerstört. Das übrige Gewebe versucht die Arbeit weiterhin zu leisten. Es findet allerdings ein erhöhter Druck statt, der die Nieren weiter schädigt.

Durch diesen Kreislauf kommt es irgendwann dazu, dass das Organ seiner eigentlichen Funktion – der Filterung des Blutes – nicht mehr nachkommen kann. Es gelangen immer mehr Giftstoffe und Partikel, die eigentlich über den Harn ausgeschieden werden sollten, zurück ins Blut. Somit stellt sich eine schrittweise Vergiftung des Organismus ein.


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Bis eine Katze wirklich einen kranken Eindruck macht, kann unbemerkt schon viel passiert sein.

Mögliche Ursachen für diese chronische Entzündung der Nieren sind leider nicht exakt ermittelbar. Es gibt allerdings einige Faktoren, die eventuell mit hineinspielen können: 

  • Vergiftungen (z. B. durch Pestizide, giftige Pflanzen, Schwermetalle)
  • Infektionskrankheiten (z. B. Feline Infektiöse Peritonitis (FIP))
  • Durchblutungsstörungen der Nieren (Ischämie)
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • Nierensteine oder Nierenbeckenentzündungen
  • Harnrückstau durch Harnsteine in der Harnröhre
  • Tumore der Nieren oder umliegender Organe
  • Bestimmte Medikamente
  • Fütterungsfehler (vor allem ein Phosphorüberschuss)
  • das Alter

Durch die uneindeutige Ausgangslage ist auch eine Heilung noch nicht gefunden worden. Allerdings kann immerhin eine Behandlung erfolgen. Je weiter diese Erkrankung aber voranschreitet, desto stärker schränkt sich auch die Lebenserwartung für die Katze ein. Insgesamt werden meist vier Stadien unterschieden:

  • Stadium I -> noch keine Auswirkung auf Lebenserwartung
  • Stadium II -> noch ca. 3 Jahre / 1.151 Tage Lebenserwartung
  • Stadium III -> noch etwa 2 Jahre / 679 Tage Lebenserwartung
  • Stadium IV -> noch etwa 35 Tage Lebenserwartung

Tipp: Es gibt auch Niereninsuffizienz beim Hund. Hier bleibt die Krankheit ebenso oft lange Zeit unentdeckt. Erfahre darum hier mehr dazu!

Diagnose: chronische Niereninsuffizienz bei Katzen erkennen

Viele Halter haben große Angst vor der Diagnose CNI bei Katzen. Häufig fühlt es sich wie ein Todesurteil an. Allerdings kann bei frühzeitigem Erkennen der Verlauf verlangsamt oder gar gestoppt und schlimme Folgen tatsächlich vermieden werden. Doch welche Symptome zeigt ein Tier eigentlich?

Anzeichen für chronische Nierenerkrankung bei Katzen

Das Perfide an der Niereninsuffizienz bei Katzen ist: Wenn das Tier deutliche Symptome zeigt, ist es häufig bereits zu spät. Es gibt zwar kleine Anzeichen, die allerdings meist nur bei wirklich ganz bewusster Kontrolle bemerkt werden. So beginnt es damit, dass die Katze häufig mehr trinkt und dadurch auch mehr Harn absetzt. Ist deine Samtpfote ein Stubentiger, kannst du diese Veränderung natürlich beim Reinigen der Toilette feststellen. Hast du allerdings einen Freigänger, bleibt dieses Verhalten meist unbemerkt.


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Mit einer Niereninsuffizienz bei Katzen geht ein erhöhtes Durstgefühl sowie ein häufigeres Urinieren einher.

Im Laufe der Zeit beginnt die Katze weitere Symptome zu zeigen, die allerdings auch für andere Katzenkrankheiten sprechen können, etwa Diabetes mellitus. So oder so solltest du bei diesen Anzeichen aber aufmerksam werden:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • häufiges Erbrechen und/oder Durchfall 
  • schlechter Mundgeruch
  • struppiges Fell

Befindet sich die Katze schließlich im Endstadium, kann sie keinen Harn mehr bilden und absetzen. Sie magert immer weiter ab und macht insgesamt einen schlechten, ungesunden Eindruck. Auch Vergiftungserscheinungen wie Krämpfe treten jetzt immer häufiger auf.

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Verdacht bestätigen: CNI vom Tierarzt feststellen lassen

Hast du ein ungutes Gefühl? Dann solltest du lieber einmal mehr als einmal zu wenig zum Tierarzt gehen und dort deine Fellnase gründlich durchchecken lassen. Um Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen sicher feststellen zu können, braucht es eine Blut- und Harnuntersuchung.

Dabei werden verschiedene Werte bestimmt. Liegt bereits eine vorangeschrittene CNE vor, zeigt sich das an einem sehr hohen Kreatinin-Wert. Es lässt sich auch ein sehr hoher Gehalt an Phosphat im Blut bzw. Eiweiß im Harn feststellen.

Wenn diese Werte belegt werden können, ist die Erkrankung meist bereits im vorletzten Stadium. Seit einigen Jahren konnte aber ein neuer Wert bestimmt werden: SDMA (symmetrisches Dimethylarginin). Dieser Indikator steigt im Blut deutlich eher an, als der Kreatinin-Wert, wodurch eine frühere Diagnose möglich wurde.


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Ein regelmäßiger Check beim Tierarzt erkennt frühzeitig Anzeichen für ernste Erkrankungen.

Lässt sich eine Niereninsuffizienz bei Katzen behandeln?

Leidet deine Katze also unter einer CNI, dann ist das noch kein Grund zu verzweifeln. Denn in Absprache mit deinem Tierarzt lässt sich vor allem bei einer frühzeitigen Erkennung noch der Verlauf abmildern bzw. aufhalten. Dazu können gewisse Medikamente (z. B. ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker) verabreicht werden. Vor allem braucht es aber auch eine strenge Ernährungsumstellung.

Nierendiät – so funktioniert es

Das Wichtigste, um das Voranschreiten der Erkrankung aufzuhalten, ist, den Phosphat- und Eiweiß-Gehalt im Blut zu senken bzw. niedrig zu halten. Darum gibt es spezielles Diät-Futter für nierenkranke Tiere. Dieses ist sehr phosphorarm und enthält auch weniger Proteine als gewöhnliche Nahrung, damit die geschwächten Nieren nicht zu viel arbeiten müssen. Unter Umständen kann auch noch zusätzlich ein Phosphatbinder enthalten sein, der hilft, diesen Stoff zu bündeln und auszuleiten.

Snacks oder ergänzende Vitaminpräparate solltest du nur geben, wenn diese genauestens mit dem Tierarzt abgesprochen wurden. Denn die Ernährung muss ganz individuell auf dein Haustier und seinen momentanen Grad der Erkrankung hin abgestimmt sein, damit sie auch wirklich anschlägt. Gerade in solchen kleinen “Aufmerksamkeiten” sind aber häufig doch Inhaltsstoffe enthalten, die bei einer Niereninsuffizienz bei Katzen schädlich sein können.


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Katzen können wählerische Esser sein, dann braucht es manchmal Tricks, damit sie fressen.

Übrigens: Um es deiner Samtpfote möglichst leicht zu machen, sich an das neue Futter zu gewöhnen, empfiehlt sich eine schrittweise Umstellung. Dazu ein paar Tipps:

  1. Rühre jeden Tag ein klein wenig mehr der Diät-Nahrung unter das bekannte Futter. 
  2. Falls sich deine Katze noch scheut, kannst du auch versuchen, es ihr schmackhafter zu machen. 
  3. Wärme zum Beispiel das Essen an. 
  4. Versuche z. B. Thunfischöl oder kleinen gebratenen Fleischstückchen unterzumischen. 
  5. Verweigert die Katze dennoch das Fressen, solltest du erneut den Tierarzt konsultieren.

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Wasseraufnahme fördern

Wichtig bei einer Niereninsuffizienz bei Katzen ist eine ausreichende Wasseraufnahme. Da Stubentiger ohnehin schon eher schlechte Trinker sind, ist dies unter Umständen ein kniffliges Unterfangen. Dennoch ist es enorm wichtig, da nur mit genügend Flüssigkeit durch den Harn die Giftstoffe ausgespült werden können. Hier gibt es verschiedene Ansätze, um der Katze mehr Wasser zu verabreichen.

Das sogenannte Wassernapf-Management sieht zum Beispiel vor, dass der richtige Standort gewählt werden muss. Er sollte weder neben dem Fressnapf noch neben der Katzentoilette liegen und auch nicht absolut unruhig sein (z. B. direkt neben der Waschmaschine). Mehrere Wassernäpfe oder auch Trinkbrunnen in der Wohnung sind ratsam. Das Wasser sollte zudem täglich gewechselt werden.


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Katzen zum Trinken zu animieren, kann herausfordernd sein.

Ist das direkte Trinken nicht zu animieren, dann kannst du auch zusätzliches Wasser unter das normale Futter rühren und so den Flüssigkeitsgehalt etwas erhöhen. Generell empfiehlt es sich hier eher Nassfutter zu geben. Nützt das alles nichts, kann es auch nötig werden, dass regelmäßige Infusionen gelegt werden. Diese Maßnahme wird meist im fortgeschrittenen Stadium ergriffen, um weiter das Ausscheiden der Giftstoffe zu fördern.

Kannst du einer chronischen Niereninsuffizienz bei Katzen vorbeugen?

Da die Ursachen für Nierenerkrankungen, wie eingangs erwähnt, noch immer weitgehend unklar sind, kann man auch nichts genau für eine Prophylaxe benennen. Bestimmte externe Giftstoffe wie beispielsweise Lilien oder Frostschutzmittel mit Ethylenglycol sollten gemieden werden. Auch normale Medikamente solltest du außerhalb der Pfotenreichweite aufbewahren. Gewisse für Katzen giftige Lebensmittel (z. B. Weintrauben/Rosinen, Knoblauch und Zwiebeln) sind ebenfalls bekannt und sollten ohnehin nicht verfüttert werden.

Doch abgesehen von diesen allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen kannst du nur mit regelmäßigen Untersuchungen beim Tierarzt versuchen, die Krankheit möglichst frühzeitig zu erkennen. Fakt ist, dass Kater durchschnittlich mit 12 Jahren, Kätzinnen ab 15 Jahren Nierenproblemen entwickeln. Zwischen 30 und 40 % aller Katzen leiden aber bereits mit 10 Jahren an einer Niereninsuffizienz.

Darum raten Experten dazu, dass man ab dem 7. Lebensjahr mindestens 1x, besser 2x im Jahr die Nierenwerte überprüfen lässt. So werden Veränderungen frühzeitig bemerkt und du kannst sofort reagieren, bevor das Schlimmste eintritt. Dadurch ermöglichst du deinem Liebling noch viele schöne Jahre.

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