Katzenkrankheiten & Symptome – darauf sollten Sie achten

Haben wir einen schlechten Tag, sind unsere Samtpfoten intuitiv an unserer Seite. Ein kleiner Kopfstoß, ein freundliches Blinzeln oder auch eine innige Schnurr-Einheit später und schon geht es uns besser. Doch was, wenn die Rollen mal vertauscht sind? Wir verraten dir, welche Katzenkrankheiten welche Symptome haben bzw. was generell auffällig ist und dich zu erhöhter Achtsamkeit veranlassen sollte. Lies hier weiter!

Allgemeine Symptome – was spricht für Katzenkrankheiten?

Ist deine kleine Fellnase wohlauf, dann zeigt sie das sehr deutlich: Sie spielt, sie frisst, sie schmust und schlummert friedlich. Ihr Fell ist weich und glänzend, ihre Ohren, Augen und Nase sind klar, trocken und sauber. Zudem ist deine kleine Diva ausgesprochen reinlich. Doch manchmal verändert sich dieser Zustand. 

Während einige kleine Abweichungen der normalen Tagesform geschuldet sein können, sind stärkere und länger anhaltende Veränderungen durchaus mit Wachsamkeit und Vorsicht zu begegnen. Wir stellen dir hier die wichtigsten Auffälligkeiten im Verhalten und der Körperlichkeit kurz vor, die Symptome für Katzenkrankheiten sein können.


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Diese Katze hat ein stumpfes Fell und ihr allgemeiner Zustand scheint nicht gesund.

1. Vorsicht – dieses Verhalten ist nicht normal!

Es gibt Katzen, die generell wenig Bezug zum Menschen haben. Zieht sich ein Tier aber gänzlich zurück, schläft überdurchschnittlich viel und wirkt auch sonst eher apathisch und matt, so sind das deutliche Warnsignale. Manche Vierbeiner zeigen auch ein besonders hohes Maß an Aggression, welches im Normalfall ungewöhnlich ist. Umgekehrt kann auch eine starke Anhänglichkeit an den Menschen auftreten. 

Übrigens: Miaut deine Katze sehr viel, muss sie nicht unbedingt Schmerzen haben. Erfahre hier mehr über die Katzensprache!

Beobachte deine Katze also jetzt sehr intensiv und kritisch. Du kennst dein Tier am besten und kannst einschätzen, was tatsächlich ungewöhnlich ist. Mit diesen Verhaltensweisen können auch verschiedene weitere Auffälligkeiten auftreten, welche definitiv zu einem Tierarztbesuch führen sollten, um Katzenkrankheiten auszuschließen!


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Ist deine Katze ungewohnt aggressiv, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

2. Fressen, Trinken, Ausscheiden – worauf du achten solltest

Eine weitere Ungewöhnlichkeit betrifft die Nahrungsaufnahme. Hier gibt es verschiedene Aspekte, die du beobachten solltest. Frisst deine Katze zum Beispiel übermäßig viel, nimmt dabei aber dennoch ab, ist das häufig ein Hinweis auf eine Schilddrüsenstörung. Verweigert dein Tier hingegen die Nahrungsaufnahme, kann das wiederum auch ein Symptom von Schmerzen sein. Damit gekoppelt treten häufig auch folgende Verhaltensweisen auf:

  • vermehrter Durst
  • Nervosität
  • Durchfall oder Erbrechen
  • weniger Reinlichkeit
  • Apathie
  • stärkerer Harnabsatz, vermehrtes Koten – auch außerhalb der Toilette
  • Orientierungsschwierigkeiten
  • untypische Körperhaltung

Natürlich kann eine Änderung im Fress- und Trinkverhalten auch andere Gründe haben. So kann eine Verweigerung des heimischen Futternapfes damit zusammenhängen, dass ein Freigänger eine attraktivere Futterquelle in der Nachbarschaft aufgetan hat.

Trinkt eine Katze plötzlich deutlich weniger oder mehr, kann das auch im Zusammenhang mit dem Futter stehen. Hast du beispielsweise von Trockenfutter auf Nass umgestellt, nimmt die Samtpfote darüber bereits viel Feuchtigkeit auf und muss weniger separat trinken.

Sind diese Ursachen aber nicht ermittelbar, solltest du wachsam sein und lieber einmal mehr, als weniger zum Tierarzt gehen. Denn all diese Auffälligkeiten können Symptome für Schilddrüsenfehlfunktionen, Diabetes, Infektionen, chronische Niereninsuffizienz oder auch Harnwegsprobleme sein. Dazu gleich mehr.

Erfahr in unserem Magazin mehr zu typischen Symptomatiken bei Katzenkrankheiten: 

3. Körper und Sinnesorgane – das kann für Katzenkrankheiten sprechen

Unsere Katzen vermitteln viele Informationen nonverbal über Körpersprache. Doch auch ihr Gesundheitszustand lässt sich über ihren Körper ablesen. Kontrolliere darum folgende Dinge:

  1. Augen und deren Umgebung
    1. Ist der Blick klar oder trüb?
    2. Stellst du starken Ausfluss oder vermehrte Tränenflüssigkeit fest?
    3. Sind die Pupillen sehr verengt, übermäßig erweitert oder auffällig starr?
    4. Finden sich Kratzer oder Verletzungen rund ums Auge?
  2. Fell und Haut
    1. Putzt sich die Katze nicht mehr wie gewohnt?
    2. Ist das Fell struppig, stumpf, ungepflegt und verfilzt?
    3. Fällt es ohne ersichtlichen Grund stark aus?
    4. Gibt es schuppig weiße, runde, kahle Stellen? (Pilzbefall)
    5. Finden sich Parasiten wie Zecken, Flöhe, Milben?
    6. Kratzt sich die Katze besonders intensiv?
  3. Maul und Zähne
    1. Ist die Nase extrem trocken und verkrustet? (Flüssigkeitsmangel)
    2. Wirkt das Zahnfleisch verblasst oder entzündet?
    3. Kannst du Zahnstein, Veränderungen am Zahn oder abgebrochene Zähne erkennen?
    4. Hat die Katze einen vom Futter unabhängigen Mundgeruch?
  4. Ohren
    1. Stellst du einen bräunlichen Ausfluss aus den Ohren fest? (Milbenbefall)
    2. Sind die Ohren ungewöhnlich heiß? (Fieber)

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Wenn du ein gutes Verhältnis zu deiner Fellnase hast, fallen dir Anzeichen für Katzenkrankheiten schneller auf.

Fünf häufige Katzenkrankheiten

Ein einzelnes der bisher aufgelisteten Symptome muss noch nichts bedeuten. Stellst du aber mehrere zusammen mit Verhaltensauffälligkeiten fest, lohnt sich schon der Kontrollbesuch beim Tierarzt. Denn viele Katzenkrankheiten sind nicht einfach zu diagnostizieren. 

Je schneller eine solche aber festgestellt wird, desto höher ist die Chance, dass man deinem Liebling helfen kann. Im Folgenden wollen wir dir beispielhaft fünf der häufigsten Erkrankungen noch kurz vorstellen.

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Diese Katze leidet unter Katzenschnupfen.

Katzenschnupfen

Er gehört zu den häufigsten Katzenkrankheiten und ist leider nicht halb so niedlich, wie er klingt. Denn die vermeintliche Erkältung ist in Wahrheit eine durch Bakterien und Viren verursachte Infektion. Sie ist hochgradig ansteckend und wird über den Luftweg verbreitet. Unbehandelt kann der Katzenschnupfen sogar tödlich enden. Besonders häufig sind junge Katzen davon betroffen, da ihr Immunsystem noch sehr schwach ist.

Übliche Symptome:

  • Nasenausfluss (zum Teil auch trüb bis gelblich)
  • Vermehrtes Niesen
  • tränende, verklebte Augen
  • häufig verminderte Nahrungsaufnahme
  • Fieber

Eine Behandlung kann beim Tierarzt mit Antibiotika erfolgen. Generell solltest du diese gefährliche Krankheit aber versuchen zu vermeiden, indem du deine Fellnase impfen lässt. Die Grundimmunisierung kann zwischen der 8. bis 12. Lebenswoche erfolgen. Danach sollte sie jährlich aufgefrischt werden.


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Eine Katze, die unter Katzenseuche leidet, neigt schnell zum Erbrechen.

Katzenseuche

Diese Katzenkrankheit hat verschiedene Namen. So kennt man sie auch als Katzenstaupe oder Infektiöse Feline Panleukopenie. Sie ist hochgradig ansteckend und verbreitet sich leider auf vielen Wegen: Über Körperausscheidungen, durch den Futternapf, Liegeplätze, die Toilette – ja sogar durch die Schuhe von uns Menschen können die Viren eingeschleppt werden. 

Eine Übertragung zwischen Hunden und Katzen ist ebenso möglich. Die Katzenseuche kann gleichermaßen tödlich verlaufen und ist für Jungtiere besonders gefährlich.

Typische Symptome:

  • hohes Fieber
  • Mattigkeit, Bewegungsunlust
  • deutlich höheres Schlafbedürfnis
  • keine Lust mehr auf Spielen
  • häufig auch Erbrechen und Appetitlosigkeit

Eine Behandlung ist mit Interferonen möglich. Das bedeutet, der Katze werden Infusionen gegen das Austrocknen und Serum-Antikörper verabreicht. Zum Glück kannst du auch hier eine Impfung durchführen. Diese wird für gewöhnlich zwischen der 6. und 12. Lebenswoche gegeben. Die Auffrischung sollte regelmäßig alle 3 Jahre erfolgen.


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Diese Katze hat einen Wasserbauch.

FIP – Feline infektiöse Peritonitis

Katzenbesitzer haben vor dieser Erkrankung wahrscheinlich besonders große Angst. Denn die Feline infektiöse Peritonitis, auch Bauchfellentzündung genannt, ist extrem ansteckend und verläuft einmal ausgebrochen, nahezu immer chronisch, wenn nicht sogar tödlich. 

Die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit wird über Speichel, Nasen- oder Augenausfluss, Harn und Kot übertragen. Sie kann einen trockenen Verlauf haben, bei dem sich die inneren Organe entzünden. Bei der feuchten Verlaufsform entsteht eine Bauchwassersucht und der Körper bläht auf.

Mögliche Symptome:

  • aufgeblähter Körper, Zunahme Bauchumfang, weibliche Katzen wirken trächtig
  • Appetitlosigkeit, Erbrechen
  • Müdigkeit, Katzen liegen viel, hohes Schlafbedürfnis
  • Fieberschübe, leichte Erkältungserscheinungen

Das Schlimme an FIP ist, dass bis heute noch keine eindeutige Therapiemöglichkeit gefunden wurde. 2021 allerdings gab es eine vielversprechende Studie aus München, bei der einige erkrankte Tiere erfolgreich mit einem oralen Virustaktikum behandelt werden konnten. Somit solltest du auf jeden Fall zum Tierarzt gehen, zumal es nicht immer diese Form ist. Es gibt andere durch Coronaviren hervorgerufene Katzenkrankheiten, die auf jeden Fall zu kurieren sind. 

Stellt es sich doch als diese Erkrankung heraus, solltest du dennoch eine Behandlung anstreben. Dadurch können Symptome gemindert und zur größten Not der Katze ein weiteres Leiden erspart werden. Zwar ist seit einigen Jahren ein Impfstoff vorhanden, dessen Wirksamkeit ist aber umstritten, da die Viren einfach zu schnell mutieren.


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Nierenerkrankungen führen zum vermehrten Urinieren der Katze.

Chronische Niereninsuffizienz

Dieses Problem haben vor allem ältere Tiere. Bei der Chronischen Niereninsuffizient (kurz CNI) nimmt die Funktion der Nieren stetig ab. Dadurch kommt es zu verschiedenen Folgeerscheinungen, die das Tier immer weiter schwächen. 

So kann zum Beispiel nicht mehr das so wichtige Eiweiß vom Körper aus der Nahrung aufgenommen werden. Auch verschiedene Nährstoffmangel entstehen mit der Zeit. Leidet die Katze einmal daran, ist es nicht mehr heilbar und endet schließlich tödlich.

Bekannte Symptome

  • mehr Durst, vermehrtes Urinieren
  • Appetitlosigkeit, häufig Erbrechen, Gewichtsabnahme
  • stumpfes, glanzloses Fell
  • süßlicher Geruch aus Maul
  • Urin veränderte Farbe

Auch wenn CNI nicht heilbar ist, kann eine unterstützende Behandlung den Prozess verlangsamen und den Zustand verbessern. In extremen Fällen können Infusionen nötig werden. Auch weitere Medikamentengaben zur Behandlung von Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck werden unternommen. 

Ansonsten wird meist, wie auch bei anderen Katzenkrankheiten, eine Ernährungsumstellung mit speziellem Futter und Futterzusatz für Nieren und Harntrakt vorgesehen. Dieser enthält z. B. weniger Eiweiß, um den Körper nicht weiter zu belasten.


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Regelmäßige Zahnkontrollen sind wichtig, um einige Katzenkrankheiten zu erkennen.

FORL – Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen

Zahnschmerzen sind unglaublich unangenehm. Auch Katzen leiden häufig darunter, was sich aber meist erst zeigt, wenn im Untergrund bereits lange Zeit die Erkrankung schwelen konnte. Dies ist zumindest bei FORL der Fall. Jede dritte Katze ist statistisch davon betroffen.

Ein Auslöser ist bis heute nicht hundertprozentig sicher ausgemacht. Aktuelle Studien vermuten aber eine Störung des Calcium-Phosphor-Haushalts. Auch hormonelle Schwankungen z. B. durch eine Kastration können damit zusammenhängen.

Knapp zusammengefasst verändern sich bei dieser Katzenkrankheit körpereigene Zellen so, dass sie beginnen, die Zahnsubstanz von der Wurzel her aufzulösen. Dadurch stellt man diese Erkrankung meist erst viel zu spät fest.

Mögliche Symptome:

  • verändertes Verhalten bei Futteraufnahme (Futterwechsel, davor sitzen, aber nichts fressen, Fallenlassen des Futters, Aufschreien beim Fressen)
  • Mundgeruch
  • vermehrtes Speicheln
  • Zähneknirschen
  • Kopf schief legen

Eine Behandlung ist gerade bei fortgeschrittenen Läsionen nur noch durch vollständige Extraktion des Zahns möglich. Zudem erkennt man das eigentliche Ausmaß erst durch Röntgen. Aktuell sind verschiedene Medikamente zur Normalisierung des Calcium-Phosphor-Haushaltes in der Erprobung. Abgesehen davon wird eine gesunde Mundhygiene als Prophylaxe empfohlen.

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Fazit: Katzenkrankheiten erkennen und behandeln

Auch wenn dieser Beitrag auf dich erst einmal erschreckend wirken mag, ist es noch lange kein Grund, den Kopf hängenzulassen, wenn du einmal einige Symptome wiedererkennst. Du hast sicherlich schon festgestellt, dass vielen dieser Katzenkrankheiten durch Impfungen vorgebeugt oder sie bei rechtzeitiger Erkennung auch behandelt werden können. 

Zudem sind weitere Erkrankungen im Umlauf, die sich ähnlich äußern, aber nicht tödlich verlaufen – das Abklären durch den Tierarzt ist also essentiell!

Hier noch einmal zusammengefasst ein paar Handlungsempfehlungen:

  • Beobachte das Verhalten deiner Katze.
  • Achte auch auf körperliche Veränderungen.
  • Sorge für eine artgerechte Ernährung.
  • Lass regelmäßig Check-ups beim Tierarzt durchführen.
  • Denk an initiale und wiederholende Impfungen.
  • Führe in gegebenen Fällen Maßnahmen gegen Parasiten (z. B. Entwurmungen) durch.
  • Unterstütze das Immunsystem deiner Katze (z. B. indem du die Darmflora aufbaust).

Weiterführende Links
www.katzeninfo.com/…/forl
www.allianz.de/…/katzenkrankheiten/
www.wikipedia.org/wiki/Chronische_Nierenerkrankung_der_Katze