Was kannst du tun, wenn die Katze erbricht?

Jeder Katzenbesitzer kennt diesen speziellen Countdown, den der Stubentiger mal mehr, mal weniger ausführlich herunterzählt, bis es passiert: Die Katze erbricht. Was ab und an mal total normal, ja sogar hilfreich ist, kann manchmal durchaus gefährlich werden. Wir geben dir Tipps, wie du diese beiden Fälle unterscheiden kannst, erklären, warum dein Tier sich übergibt und wie du ihm helfen kannst. Lies hier mehr!

Wie die Katze erbricht und wozu?

Grundsätzlich ist das Erbrechen, genau wie beim Menschen, eine Reflexhandlung, die nicht kontrolliert werden kann. Wenn deine Katze also mal wieder zielsicher den Teppich getroffen hat, schimpfe bitte nicht mit ihr. Denn für sie ist das gelegentliche Erbrechen eine Schutzreaktion des Körpers.

Durch diese wehrt der Organismus nämlich Schadstoffe oder Krankheitserreger ab, führt Unverdauliches aus und bewahrt sich so vor einer ernsthafteren Erkrankung. Es kann neben diesen nützlichen Gründen aber auch schwerwiegendere geben, die auf eine bestehende, ernste Erkrankung oder eine Vergiftung hindeuten.

In allen Fällen läuft das Erbrechen aber gleich ab:

  1. Zunächst kann es sein, dass die Samtpfote gewisse Anzeichen von Übelkeit zeigt, beispielsweise ein häufiges Lecken des Mauls, ein vermehrtes Schlucken oder auch ein erhöhter Speichelfluss. 
  2. Dann kauert sich die Katze flach auf den Boden, streckt den Hals weit vor und beginnt zu keuchen und zu würgen. Die Geräusche können unterschiedlich ausfallen, sind aber eigentlich immer laut zu vernehmen. 
  3. Zusammen mit krampfartigen Bewegungen der Bauchmuskeln transportiert sie dann den Mageninhalt wieder hoch und speit diesen schließlich aus.

Der Vorgang klingt nicht nur anstrengend – er ist es auch! Dennoch ist für gewöhnlich kurze Zeit danach schon wieder alles vergessen. Kommt es allerdings mehrmals in der Woche oder gar mehrfach am Tag dazu, solltest du dein Tier bewusst beobachten. Denn hier könnte eine Erkrankung der Ursprung sein.


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Wenn die Katze würgt und sich erbricht, kann das verschiedene Ursachen haben.

Ursachen für Erbrechen bei Katzen

Wie schon erwähnt, ist es eigentlich nichts Ungewöhnliches, dass eine Katze erbricht. Es gibt allerdings Vorgänge im Körper, die ein Übergeben hervorrufen, welche dringend verhindert, gestoppt oder behandelt werden müssen. Ansonsten kann deine Fellnase ernste Folgeerkrankungen entwickeln. Welche Ursachen für ein Erbrechen gibt es also?

Die Katze erbricht zur Reinigung

Dies ist der Normalfall. Das Hochwürgen von schädlichen Dingen ist ein natürlicher Reflex, mit dem sich die Katze selbst behandelt. Er ist absolut harmlos und kann auch regelmäßig vorkommen. Wichtig ist aber, dass das Erbrochene nicht ungewöhnlich aussehen darf. Folgendes wäre ganz normal:

  • gefressenes Gras
  • verschluckte Haare (Stichwort: Fellwechsel bei Katzen)
  • unverdauliche oder unverträgliche Futterbestandteile
  • falsches oder verdorbenes Futter (z. B. Speisereste vom Tisch)
  • bei Freigängern auch unverdauliche Überreste von Beutetieren (z. B. Federn, Knochen, Fell)
  • unverdautes Futter (zu üppige Mahlzeit, zu schnell gefressen)

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Katzen fressen Gras nicht aus Hunger, sondern um Bitterstoffe herauszulösen.

Übrigens: Eigentlich frisst eine Katze Gras gar nicht wirklich. Sie kaut lediglich auf den Halmen herum, um die darin enthaltenen Bitterstoffe herauszulösen. Diese wirken sich positiv auf die Verdauung aus, können gleichzeitig aber auch ein Erbrechen auslösen, um z. B. Haarballen auszuscheiden. Manchmal schlucken Katzen dabei doch die Halme mit. Diese können dann ebenfalls wieder beim Erbrochenen zu sehen sein.

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Physische Ursachen für Erbrechen

Katzen zeigen nur selten, wenn sie krank sind. Sie leiden meist unauffällig. Dennoch ist das Übergeben bei vielen Erkrankungen ein Symptom (weitere Anzeichen haben wir bereits im Beitrag über Katzenkrankheiten vorgestellt). Folgende körperliche Leiden können durch ein vermehrtes Erbrechen angezeigt werden:

  • Wurmbefall
  • Futtermittelunverträglichkeit
  • Allergie
  • Infektion von z. B. dem Magen-Darm-Trakt
  • Darmverschluss
  • Darmkrebs
  • Stoffwechselstörung (z. B. Schilddrüsen-Überfunktion)
  • Nierenleiden
  • Vergiftung
  • Gehirnerkrankung/Verletzung
  • Diabetes
  • Traumata mit inneren Verletzungen (z. B. durch einen Sturz oder Unfall)

Willst du noch mehr über Katzenkrankheiten erfahren? Dann lies hier weiter:

Psychische Ursachen für häufiges Übergeben

Ein seelisches Ungleichgewicht kann ebenfalls Grund dafür sein, dass deine Katze erbricht. Zwar sind Stubentiger meist weniger extrovertiert und äußern, wenn dann ihren Unwillen eher durch Unsauberkeit oder Zerstörung von Gegenständen. Aber manches Tier frisst seinen Kummer sozusagen in sich hinein, was ihm dann auch auf den Magen schlagen kann.

Kläre also zunächst alle körperlichen Befindlichkeiten ab. Kommt bei diesen kein Befund heraus, solltest du dich um die Psyche deines Tieres kümmern. Aber selbst wenn diese Probleme gelöst sind: Die Katze erbricht sich u. U. weiterhin, da eventuell der Magen stark angegriffen wurde. Dies muss dann wiederum nachträglich kuriert werden. Doch zuvor geht es an das Seelenheil deines Lieblings. Folgende Überlegungen können dir vielleicht helfen:

  • Ist deine Katze viel allein?
  • Bekommt deine Katze zu wenig Aufmerksamkeit?
  • Trauert deine Katze vielleicht oder ist unglücklich?
  • Leidet deine Katze unter erhöhtem Stress durch z. B. Lärm oder andere Tiere?

Wichtige Symptome zusätzlich zum Erbrechen

Gerade bei körperlichen Erkrankungen als Ursache für das häufigere Erbrechen solltest du deinen Stubentiger sehr aufmerksam beobachten. Es gibt ergänzende Symptome, die deutliche Alarmsignale sind. Das beginnt zum einen bei gewissen Verhaltensweisen und breitet sich zum anderen auch auf den restlichen Körper aus:

  • wirkt die Katze besonders schlapp, teilnahmslos, kraftlos?
  • ist die Katze überdurchschnittlich unruhig?
  • hat die Katze Schmerzen (z. B. beim Hochheben)?
  • leidet die Katze unter Durchfall oder glasigen Augen?
  • beginnt eine Dehydration?
  • hat die Katze Fieber (normale Körpertemperatur liegt zw. 38–39,2 °C)
  • stellt sich ein deutlicher Gewichtsverlust ein?

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Wenn die Darmflora gestört ist, kann das unterschiedliche Ursachen haben.

Ebenfalls wichtig ist das Erbrochene selbst. Auch wenn es nicht unbedingt appetitlich ist, solltest du dieses genau betrachten. Denn bereits an diesem lassen sich Anzeichen für gewisse Probleme ablesen.

  • Ist das Erbrochene gelblich, schwarz oder dunkel verfärbt? (Hinweis auf Gallenprobleme oder Magenbluten)
  • Erbricht die Katze weißen Schaum? (Hinweis auf Spul- oder Bandwürmer)
  • Riecht das Erbrochene sehr unangenehm oder sogar nach Kot? (Hinweis auf Darmverschluss)
  • Erbricht sich die Katze mehrfach hintereinander? (Hinweis auf Infektion oder Vergiftung)

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Unkotrolliertes Übergeben oder Kotabsetzen sollte dich aufmerksam werden lassen.

In all diesen Fällen solltest du definitiv zum Tierarzt fahren und deine Katze genau untersuchen lassen. Auch wenn du gesehen hast, dass dein Tier an einer giftigen Pflanze geknabbert hat oder Reinigungsmittel bzw. eine andere gesundheitsschädliche Substanz zu sich genommen hat, gilt es keine Zeit zu verlieren. Selbst wenn sie (noch) nicht erbrochen hat, sollte der Veterinär zumindest per Telefon um Rat befragt werden.

Was tun, wenn die Katze erbricht?

Wenn es sich um den Normalfall handelt, dass deine Katze erbricht, dann musst du eigentlich gar nichts tun – außer vielleicht die Hinterlassenschaft entfernen natürlich. Deine Samtpfote wird danach ein ganz normales Verhalten zeigen. Handelt es sich jedoch um Erbrechen als Symptom einer ernsten Erkrankung, dann kannst du deinen Liebling mit einigen Dingen unterstützen.


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Wenn deine Katze Verdauungsprobleme hat, musst du vorsichtig sein beim Füttern.

Die Katze erbricht – ab wann wieder Füttern?

Nach einem mehrfachen Übergeben kann es so aussehen, dass deine Katze sich wieder ganz normal verhält, sogar Hunger zeigt. Dennoch ist in ihrem Inneren zumindest die Magenschleimhaut gereizt. Damit diese sich wieder beruhigt, solltest du deiner Fellnase 24h lang zunächst gar nichts zu fressen geben. Dadurch verhinderst du auch gleichzeitig zwei weitere mögliche Folgen.

Zum einen könnte der ohnehin schon sensible Magen durch die erneute Nahrungsaufnahme zusätzlich gereizt werden und es entwickelt sich eine dauerhafte Unverträglichkeit oder Allergie. Zum anderen verknüpft deine Katze auch nicht dauerhaft Unwohlsein mit Nahrung. Achtung: Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen!

Nach 24 Stunden kannst du dann beginnen, Schonkost zu füttern. Das klassische, gekochte Hühnchen oder auch der grätenfreie, gedämpfte Fisch sind hier zwei gute Optionen. Alternativ gibt es auch spezielle Nahrung beim Tierarzt. Das Ganze sollte etwa 2–3 Tage so laufen, danach kannst du schrittweise wieder normales Futter untermischen und so langsam auf den Ausgangszustand zurückkehren.

Übrigens: Die Nahrung sollte nur bei adulten, bis dahin unauffälligen, gesunden Katzen für 24 Stunden ausbleiben. Jungtiere, Senioren und Katzen mit einer bekannten chronischen Krankheit haben häufig nicht ausreichend Energiereserven und sollten darum auch nicht so lange ohne Futter bleiben. Auch Tiere mit Übergewicht sollten anders behandelt werden. Ansonsten droht ihnen u.U. eine hepatische Lipidose, also eine Fettstoffwechselstörung, die lebensgefährlich werden kann. In diesen Fällen sollte man also direkt zum Tierarzt und die Ursache sowie Behandlung besprechen.


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Putzen muss natürlich sein – aber die Reinigungsmittel danach katzensicher verstauen!

Weitere Möglichkeiten zur Behandlung, wenn deine Katze erbricht

Generell solltest du deinem Stubentiger zunächst einmal Ruhe gönnen. Beobachte deinen Liebling weiterhin genau, damit du eventuelle Verschlechterungen sofort bemerken und handeln kannst. Aber stresse dein Tier nicht. Im Normalfall ist die Katze ein sehr instinktsicheres Wesen, das weiß, was ihm gerade guttut.

Sorge stets für ausreichend frisches Wasser und ermutige deine Fellnase auch zum Trinken. Zusätzlich kann auch eine Elektrolytmischung beim Tierarzt bezogen werden, welche dann bestehende Mängel der wertvollen Nährstoffe gezielt ausgleichen und die Katze wieder stärken kann. Hierbei solltest du dringend die Anweisungen auf der Packungsbeilage oder vom Tierarzt beachten.

Sind übrigens Spul- oder Bandwürmer Grund für das Erbrechen gewesen, wird für gewöhnlich eine Wurmkur verabreicht. Auch hierbei ist der Veterinär der Ausführende bzw. gibt dir entsprechende Anweisungen für zu Hause mit auf den Weg. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, denn auch ausgesprochene Wohnungskatzen können sich diese Parasiten zuziehen. Wir Menschen tragen die Wurmeier nämlich z. B. durch unsere Schuhe ins Haus, wo die Katze sie dann aufnimmt.


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Das Einsteigen in eine Transportbox lohnt sich mit Ihrer Katze zu trainieren.

Wie kannst du verhindern, dass deine Katze erbricht?

Wenn deine Katze unter einer Stoffwechselstörung leidet, kannst du das natürlich nicht ändern. Doch es gibt durchaus gewisse Schritte, die du unternehmen kannst, um deine Samtpfote vor einem übermäßigem Erbrechen zu bewahren. Das hat zum einen sehr viel mit der Fütterung zu tun, zum anderen aber auch mit den Lebensumständen deines Tieres.

Abschließend wollen wir dir darum eine kleine Übersicht zusammenstellen mit möglichen, präventiven Maßnahmen:

Thema Details
Verdorbenes Futter
  • Nicht aufgefressenes Nassfutter sollte zügig entsorgt werden
  • Insbesondere im Sommer!
Essensreste
  • Keine Essensreste vom Tisch oder aus dem Müll
  • Nichts stehen lassen
  • Abfall katzensicher gestalten
Futterwechsel
  • Ständige grundlose Futterwechsel vermeiden, da das anstrengt
  • Nur bei wirklichen Auffälligkeiten eine neue Sorte ausprobieren
Fressgeschwindigkeit
  • Zu schnelle Nahrungsaufnahme kann zu Erbrechen führen
  • Anti-Schlingnapf kann helfen
Futterneid zwischen Tieren
  • Getrennt voneinander (räumlich / zeitlich) füttern
  • Ggf. Napf mit Chip-Erkennung nutzen
Fellpflege
  • Regelmäßiges Bürsten hilft, lose Haare zu entfernen
  • Weniger Haarbälle, die wieder ausgeschieden werden
  • Spezielles Futter für Langhaarkatzen
  • Auch möglich: Anti-Hairball-Snacks oder Pasten zusätzlich füttern
Katzensichere Wohnung
  • Potentiell giftige Pflanzen außer Reichweite stellen
  • Reinigungsmittel u. Ä. sicher wegräumen
Regelmäßige Check-ups
  • Durch Tierarzt-Untersuchungen frühzeitige Erkennung von Krankheiten möglich
  • Prophylaktische Wurmkuren möglich
Stressbewältigung
  • Unterstützende Pheromon-Diffusoren
  • Rückzugsorte bereitstellen
  • Spiel- und Beschäftigungsangebote schaffen

Weiterführende Links